Interview mit dem Team der PXW-FS7 II

Der phänomenale Erfolg der ersten PXW-FS7 beruht zu einem großen Teil auf ausführlichen Untersuchungen von Sony zu realen Anforderungen von Dokumentarfilmern. Während der Entwicklung des radikal neuen Designs der PXW-FS7 wurden ständig streng vertrauliche Gespräche mit vertrauenswürdigen Kunden zur Referenz herangezogen.

Ausführliches Interview mit dem Entwicklungsteam der PXW-FS7 II

Bei der PXW-FS7 II hingegen spielte herkömmliche Meinungsforschung aufgrund intensiver Diskussionen über die PXW-FS7 in sozialen Medien so gut wie keine Rolle, da jede kleinste Funktion bewertet und Verbesserungen für die nächste Generation gefordert wurden. Das war sehr vorteilhaft für das Team … machte aber auch deutlich, dass die PXW-FS7 für unzählige Anwendungen verwendet wurde, die das ursprüngliche Team in seinem messerscharfen Fokus auf Dokumentarfilmer nie bedacht hatte. Bei der PXW-FS7 II schien jede Anwendung möglich – von Werbung über Nachrichten- und Varietéprogrammen bis zu Spielfilmen. Die Erfüllung dieser haushohen Erwartungen verlangte eine gründliche Neukonzeption der unzähligen Aspekte der PXW-FS7 – alles musste neu gestaltet werden, ohne die Punkte zu kompromittieren, die die Vorlage zu einem solchen Erfolg machten. „Die PXW-FS7 II wurde unter Berücksichtigung des ganzen Feedbacks entworfen, das wir zur PXW-FS7 erhalten haben, und ist dabei noch ambitionierter“, sagt Herr Oishi, Verantwortlicher für die Produktplanung.

Sie mag gleich aussehen, aber die PXW-FS7 II ist ein komplett anderes Produkt.

Die erste von sozialen Medien entwickelte professionelle Kamera?

„Wir haben täglich Blogs und soziale Netzwerke überprüft und dies während der Entwicklung genutzt“, so PXW-FS7-II-Projektleiter Suzuki. In seinen 19 Jahren bei Sony hat Suzuki Zielkundenrecherche immer sehr zu schätzen gewusst, auch wenn er aus Erfahrung weiß, wie leicht auch wichtige Nuancen und Feinheiten verloren gehen. Soziale Medien haben diesen Filter entfernt. Maschinenbauingenieur Ito bestätigt: „Ich erinnere mich, wie viele Menschen Bilder von Dreharbeiten mit der PXW-FS7 auf Instagram hochgeladen haben. Man konnte auf einen Blick sehen, dass sie sie auf eine bestimmte Weise anpassten oder nutzten. Das war extrem lehrreich und wir konnten es im Design verwenden.“ Als das Team etwa herausfand, dass die PXW-FS7 für ENG-Anwendungen verwendet wurde, wurde der verstellbare elektronische ND-Filter um Funktionen wie eine automatische ND-Funktion auf Knopfdruck und Unterstützung der Funktion für Aufnahmen im vollautomatischen Modus erweitert. „Ehrliche Diskussionen sind für die Entwicklung eines guten Produkts sehr nützlich“, erklärt Suzuki. „Teilen Sie Ihre Meinung mit uns, auch wenn es nur um etwas Kleines geht. Wir werden es beachten und Ihre Meinung ernst nehmen.“

Ergonomie der „Run und Gun“-Aufnahme neu definiert

„Auf den ersten Blick mag das Gehäuse gleich aussehen, aber die PXW-FS7 II ist ein komplett anderes Produkt“, sagt Maschinenbauingenieur Ito. Da die PXW-FS7 für so viele verschiedene Anwendungen verwendet wurde, lag der Schwerpunkt für sein Team auf Anpassungsfähigkeit – man wollte Benutzern ermöglichen, den Camcorder während der Arbeit an die eigene Arbeitsweise anzupassen. „Für die PXW-FS7 II versuchten wir, eine Vielzahl von Anpassungen zu ermöglichen, die ohne Werkzeug zusammengebaut und auseinandergenommen werden können. Wir haben auch eine Vielzahl von Anpassungen ermöglicht, die schnell und einfach mit einer Hand vorgenommen werden können.“ Wird zum Beispiel beim Ändern der Länge des Kamera-Arms der PXW-FS7 die Schraube gelöst, wird der Griff einfach auf seine Maximallänge verlängert. Itos Team integrierte eine Bremsvorrichtung in den Kamera-Arm, sodass er mit nur einer Hand an der PXW-FS7 II an jeder beliebigen Position gestoppt werden kann. Außerdem kann die Schraube ohne Werkzeug angezogen werden.

Die Bremsvorrichtung ist nur eine von vielen Verbesserungen der PXW-FS7 II, die von außen nicht sichtbar sind; doch das erforderte, so Ito, viele Versuche und Fehlschläge, bis die richtige Spannung und Bremskraft gefunden war. Das Team überprüfte sogar die Interaktion von Kamera und Arm, um die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass Finger eingeklemmt werden.

Ein weiteres Beispiel für diese Liebe zum Detail sind die Schrauben der PXW-FS7 II, bei denen die Gewinde nach Anbringen der Unterlegscheiben gerollt sind und so verhindern, dass die Scheiben beim Ändern der Armposition während des Drehs abfallen.

Kunden der PXW-FS7 haben betont, wie viel wertvolle Aufnahmezeit es kosten kann, wenn man den Camcorder für Anpassungen abnehmen muss, auch wenn es nur für ein paar Momente ist. Ito und sein Team haben versucht, ein leichtes Anpassen der Kamera zu ermöglichen, während sie auf der Schulter sitzt.

Zusätzlich zu den Änderungen an der Bedienung des Arms hat das Team die Halterung des Okulars so geändert, dass es mit einer Hand angebracht und entfernt werden kann. Klammern wurden hinzugefügt, um die Mikrofonhalterung einfacher befestigen und entfernen zu können und so den Komfort beim Einpacken der Ausrüstung zu erhöhen. Außerdem wurde eine klappbare Blende für die Verwendung des Suchers als Monitor hinzugefügt.

Als Ingenieur macht mich selbst nichts glücklicher, als wenn all diese Arbeit auch nur die kleinste Hilfe für Menschen bei der Schaffung der Filme bringt, von denen sie träumen“, sagt Suzuki.

Viel Benutzerfeedback gab es auch zur Positionierung des Suchers. Die PXW-FS7 nutzt Stangen mit 15 mm Durchmesser, da dies der Industriestandard ist. Das Feedback der Benutzer zeigte aber, dass dies das Geradehalten des Suchers beim Einstellen erschwert. Das Team überarbeitete das Design komplett neu, sodass nun quadratische Stangen verwendet werden, die das Problem beheben. Zusätzlich gibt es noch einen Adapter, damit der Benutzer wenn gewünscht dennoch die herkömmlichen runden Stangen verwenden kann. Laut Ito war das Ziel ein Design, das über die Anregungen im Feedback hinausgeht und zukunftsorientiert genug ist, um auch die aus den Änderungen entstehenden neuen Bedürfnisse zu erfüllen. „Gott steckt im Detail“, lautet Itos Motto – und daher ist es keine Überraschung, dass das nicht alle Detailverbesserungen der PXW-FS7 II sind. Weitere Beispiele umfassen die Hinzufügung von leicht sichtbaren, frei zuweisbaren Tasten, die Änderung der Abdeckung der Audio-Steuerungstaste von horizontaler zu vertikaler Öffnung, Verbesserung der Abwärmeeffizienz durch Überarbeitung des internen Designs und der Wärmeableitungspfade, die Änderung der Auswurf-Weite von XQD-Karten (zur leichteren Entnahme) und sogar die Verbesserung des Klangs beim Öffnen und Schließen der XQD-Kartenschacht-Abdeckung. Tatsächlich unterscheiden sich mehr als die Hälfte der Formen für das Gehäuse der PXW-FS7 II von denen der PXW-FS7. Während sie also vielleicht wie die PXW-FS7 aussieht, ist dies die Geburt eines ganz neuen Camcorders.

Elektronisch verstellbarer ND-Filter: die Revolution

Die innovative verstellbare elektronische ND-Filter-Technologie von Sony wurde ein Jahr nach dem Start der PXW-FS7 mit dem Camcorder X160 eingeführt und zu einer wichtigen Funktion des kleinen Bruders der PXW-FS7 – der kompakten PXW-FS5. Somit war sie eindeutig ein Muss für die PXW-FS7 II, musste aber in einem Raum von nur 18 mm Tiefe Platz finden, der auch die neue E-Mount-Fassung mit Sperrhebel unterbringen musste. Wie wir später sehen werden, erfordert dies außergewöhnliche Technik, aber sehen wir uns erst an, warum dies so wichtig ist. Normalerweise wird die Belichtung mit der Blende geändert, die aber auch die Tiefenschärfe verändert. Mit dem verstellbaren elektronischen ND-Filter kann entweder die Tiefenschärfe bei Änderung der Belichtung erhalten werden oder die Belichtung bei Änderung der Tiefenschärfe erhalten bleiben. Der offensichtliche Vorteil hiervon ist, dass Aufnehmen mit der PXW-FS7 II leichter einen einheitlichen Look erhalten, vor allem in den bewegungsreichen Szenarien, für die sie entwickelt wurde. Es hat jedoch auch Einfluss auf die Bildqualität, denn jetzt kann der optimale Blendenbereich des Objektivs, in der Regel um F5.6–F8, leichter verwendet werden, und die Blende muss nicht so weit geschlossen werden, dass die Beugung in den Objektivlinsen zu Bildunschärfen führt. Bei Aufnahmen mit hohen Auflösungen, wie 4K (und darüber hinaus), ist diese Funktion bahnbrechend.

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Wenn Sie es einmal probiert haben, möchten Sie nie wieder ohne drehen.

Mr Oishi

Das neue E-Mount

Ein wichtiger Teil der Beliebtheit der PXW-FS7 ist Sony E-Mount, das hilft, die Kamera leicht und kompakt zu halten, dabei aber die größtmögliche Palette an kompatiblen Objektiven bietet … Benutzer der PXW-FS7 haben die Kamera jedoch für immer ambitioniertere Projekte verwendet, und daher gab es eine große Nachfrage nach einer stärkeren Objektivfassung, um schwerere Objektive zu unterstützen. Dies stellte sich als eine der anspruchsvollsten Aufgaben bei der Entwicklung der PXW-FS7 II heraus. Das Hinzufügen von sowohl Festigkeit als auch Stabilität wäre schwierig genug, doch Design-Leiter der Objektivfassung Miyao musste dies ohne Änderung der Abmessungen des Camcorders bewerkstelligen. „In der Praxis ist es eine ganz neue Fassung; es gibt so viele Dinge, die wir berücksichtigen mussten, und Dinge, die wir nur nach dem Ausprobieren verstanden“, sagt Design-Leiter der Objektivfassung Miyao. „Beim E-Mount liegen nur 18 mm zwischen der Oberfläche der Fassung und dem Bildsensor. Das alles in diesen Raum zu packen, bereitete uns ständig Kopfzerbrechen.“

Frühere Arbeiten von Miyao beinhalten die atemberaubende Kompaktkamera DSC-RX100, doch die PXW-FS7 II stellte eine ganz neue Herausforderung dar. Die PXW-FS7 II verwendet eine Fassung, bei der der äußere Ring gedreht wird, und das Objektiv ähnlich der PL- und B4-Fassungen fixiert ist. Das E-Mount, das die Grundlage für die neue Fassung bildet, hatte allerdings ein Auflagemaß von nur 18 mm. Zahlreiche Mechanismen mussten neben dem Fassungsmechanismus selbst auf dem Raum Platz finden, darunter der verstellbare elektronische ND-Filter, ein IR-Cut-Filter und ein Tiefpassfilter. Insbesondere die gesamte Einheit des verstellbaren elektronischen ND-Filters wird mit Motoren beiseite bewegt, wenn ND deaktiviert ist. Da der Brechungsindex des ND-Filters sich von dem der Luft unterscheidet, ändert die Bewegung auch den Mechanismus zur Einstellung des hinteren Brennpunktes. Daher muss nicht nur der ND-Filter beiseite bewegt, sondern auch ein anderer Filter mit demselben Brechungsindex an diese Stelle bewegt werden. Darüber hinaus muss die Fassung robust genug sein, um das Gewicht der verschiedenen Objektive und Zubehörteile zu tragen, die Benutzer anbringen, dabei aber weiterhin die optische Leistung der PXW-FS7 bieten. Die Herausforderung, vor der Miyao und sein Team standen, war ein Design, dass diese komplexen Mechanismen enthalten konnte, gleichzeitig aber ausreichend robust war – und das auf nur 18 mm Raum. Im Vergleich zu einer Fassung mit großen Abmessungen und viel Platz wie etwa PL-Mount sind die Anforderungen an die Präzision bei Design und Herstellung der E-Mount-Fassung mit Sperrhebel eine Größenordnung höher – und laut Miyao war es enorm schwierig, die Präzision für die Massenfertigung zu erreichen.

Das Auflagemaß von E-Mount ist nicht nur klein; die Dicke des Verschlusses, der zentrale Faktor zum Erhalt der Stabilität und die Hardware, auf das Objektiv montiert wird, ist ebenfalls begrenzt, wodurch der Drehungswinkel beim Bewegen der Fassung im Vergleich zu PL-Mount viel kleiner ist. Bei einem so kleinen Drehwinkel gab es Befürchtungen, dass wiederholtes Reiben der Oberflächen aneinander beim Drehen der Fassung nach vielen Verwendungen zu Materialermüdung führt, die es unmöglich macht, ein Objektiv stabil zu fixieren. Durch eine besondere Behandlung namens „Nitrieren“ konnte die Härte des Fassungsverschlusses der PXW-FS7 II erhöht und so die Abnutzungsresistenz deutlich verbessert werden. Diese Technologie wurde zuvor noch nie mit einer herkömmlichen Objektivfassung verwendet. Das Team wählte darüber hinaus auch noch ein ganz neues Fett für die Rotatorenmanschette der Fassung und passte die Drehung der Fassung für ein perfektes Drehgefühl an. Das Team musste auch unbewusste Erwartungen der Kunden bezüglich der Bedienung der Fassung berücksichtigen: E-Mount wurde ursprünglich für spiegellose SLR-Kameras entwickelt, daher bewegt sich die neue Befestigung in die entgegengesetzte Richtung im Vergleich zu anderen gängigen Videokamera-Fassungen. Damit Benutzer, die PL- und B4-Fassungen gewohnt sind, die Fassung nicht in die falsche Richtung drehen und ein Objektiv etwa zu Boden fällt, ist die neue Fassung der PXW-FS7 II mit einem doppelten Verriegelungsmechanismus ausgestattet. Miyaos Team war bei der doppelten Verriegelung hartnäckig: „Benutzer könnten vergessen, eine manuelle Verriegelung zu verwenden. Dann ist die Sperre nutzlos.“ Miyaos Team arbeitete hart, um ein Design für die Mechanik der Verriegelung zu finden. Nach dem Neudesign der Objektivfassung entdeckten Miyao und sein Team, dass die Verwendung eines herkömmlichen Gewindedeckels nicht möglich war. Da sich die Kamera selbst drehte, würde sich der Deckel mitdrehen. Dementsprechend mussten sie auch einen neuen Deckel entwickeln!

Ein Erlebnis, mehr als eine Liste von Spezifikationen

Die PXW-FS7 leitete eine Revolution in der Benutzerfreundlichkeit ein, die die PXW-FS7 II in fast jeder Weise verbessert. Suzuki betont, wie wichtig das Kunden-Feedback bei diesen Änderungen war, zeigt sich aber besorgt, dass die zahlreichen Verbesserungen der PXW­FS7 II nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Die in Produktbroschüren und auf Websites veröffentlichten Informationen neigen dazu, nur die spektakulärsten Daten anzugeben. Wie sich die Benutzung der Kamera tatsächlich anfühlt, lässt sich nur mit Worten schwer beschreiben. Suzuki beendete unser Interview mit den folgenden Bemerkungen: „Ich möchte, dass so viele Menschen wie möglich die PXW-FS7 II tatsächlich in den Händen halten und selbst erleben, wie sich das Aufnehmen damit anfühlt. Es gibt unzählige große und kleine Änderungen, die mit großer Sorgfalt von vielen Ingenieuren bei Sony umgesetzt wurden. Als Ingenieur macht mich selbst nichts glücklicher, als wenn all diese Arbeit auch nur die kleinste Hilfe für Menschen bei der Schaffung der Filme bringt, von denen sie träumen.“

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